Freitag, 8. Juni 2012

Runder Tisch "Evaluation / Weiterbildung" TOP 2


TOP 2: Mediathek Kulturelle Bildung
Vorstellung des bundesweiten Projektes Mediathek Kulturelle Bildung
Thilo Wittenbecher, Mime Centrum Berlin
Die Mediathek Kulturelle Bildung (http://archiv.mimecentrum.de) ist ein Projekt des Mime Centrums Berlin (www.mimecentrum.de), des Bundes deutscher Amateurtheater sowie des Internationalen Theaterinstituts und hat sich die Steigerung der Qualifikation und Evaluation der Akteure Kultureller Bildung durch Austausch und Vernetzung zur Aufgabe gemacht.
In diesem Zusammenhang verfügt die Mediathek Kulturelle Bildung über eine umfangreiche Materialsammlung filmischer Dokumente, welche als Präsenzbestand in den Räumlichkeiten des Mime Centrums Berlin (Mariannenplatz 2, 10997 Berlin) unter kompetenter Begleitung kostenlos gesichtet werden können. Durch die Mediathek Kulturelle Bildung, einen Online-Videokanal (www.tanznetz.tv) sowie einen begleitenden Blog werden die Wahrnehmung  kulturvermittelnder Projekte sowie der Austausch zwischen deren Initiatoren gestärkt.
Im Moment erfolgt die Dokumentation vor allem für den Bund deutscher Amateurtheater sowie für die Projektinitiatoren und -teilnehmer selbst. Dabei konnten verschiedene Dokumentations-Typen festgestellt werden (u.a. Interviews mit Teilnehmenden und über fachliche Inhalte, Mitschnitte aus Arbeits- und Aufführungsprozessen, Trailer etc.).
Im Rahmen der Materialsammlung bittet die Mediathek Kulturelle Bildung auch weiterhin um die bundesweite Zusendung filmischer Dokumente, die sowohl Arbeitsprozesse, aber auch Dokumentationen kulturvermittelnder Projekte (z.B.  Mitschnitte, Trailer, Interviews etc.) audiovisuell festhalten, bewahren und für den fachlichen Austausch öffentlich nutzbar machen.
Um filmischer Dokumente in die Datenbank aufnehmen zu können, müssen diese als VHS oder DVD sowie im Aufnahmeformat 16:9 oder 4:3 vorliegen. Auch andere Formate sind nach Absprache möglich. Außerdem müssen Persönlichkeits- und Bildrechte von Projektteilnehmern mit diesen selbst bereits geklärt sein. Hierfür stellt die Mediathek Kulturelle Bildung Checklisten, Fragebögen und Vorlagen für Einverständniserklärungen kostenlos zur Verfügung.
Derzeit arbeitet die Mediathek Kulturelle Bildung mit 12 festen und freien Mitarbeitern. Als Modellprojekt der kulturellen Vermittlung erhielt die Mediathek Kulturelle Bildung eine Förderung durch den BKM.

Fragen und Anmerkungen aus dem Plenum:

Prof. Dr. Hanne Seitz:               Auch die Dokumentation eigener Prozesse durch teilnehmende Kinder und Jugendliche rückt zunehmend in den Fokus. Die damit einhergehende Selbstevaluation eigener Prozesse ist sowohl im Hinblick auf die persönliche Entwicklung als auch vor dem Hintergrund neuer Weiterbildungsformate wichtig.

Detlef David:                            Evaluation muss zunehmend als begleitender Prozess verstanden werden. Es müssen Modelle für sinnvolle Evaluation entwickelt werden, die auch die Balance zwischen Interkulturalität und kultureller Verwurzelung halten.

 Inga Börjesson:                        Die Weiterbildung der Akteure ist auch Auftrag des Verbandes der Volkshochschulen, welche zum großen Teil Kulturelle Bildung mit dem Themenfeld der Erwachsenenbildung verknüpfen.

Runder Tisch "Evaluation / Weiterbildung" TOP 3


TOP 3: Evaluation und Weiterbildung als Qualitätsstandards für Kulturelle Bildung im Land Brandenburg
            Sammlung der Ideen und Diskussion


Grundsätzliche Handlungsempfehlungen

-          Evaluation sollte als Teil der Projektarbeit begriffen und kommuniziert werden.
-          Ist keine Evaluation möglich, kann eine wissenschaftliche Begleitung kulturvermittelnder Projekte forciert werden.
-          Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Evaluation unterscheiden:
o   externe Begleitung, um Zahlen und Fakten für Zuwendungsgeber und Kooperationspartner aufzubereiten und zu fixieren sowie
o   interne Begleitung, um selbstreflexive Prozesse zu unterstützen.
-          In beiden Fällen braucht Evaluation einen geschützten Raum.
-          Evaluation darf nicht nur nebenbei stattfinden sondern muss als eigener Prozess begriffen werden, für welchen auch eigene Mittel vorgehalten werden sollten.
-          Evaluation kann als Instrument zur Verbesserung der Praxis (diskursive und materielle Forschungsprozesse) dienen.
-          Die Frage nach Gründen und Zielen der Evaluation muss zu Beginn eines jeden auswertenden Prozesses gestellt und beantwortet werden. Dementsprechend kann ein Bewusstsein darüber etabliert werden, bis zu welchem Punkt Evaluationen sinnvoll und zielführend sind.
-          Infolgedessen können Ergebnisse aus Evaluationen und / oder wissenschaftlichen Begleitungsprozessen auch als Instrument für Weiterbildungen genutzt werden.


Empfehlungen zu Rahmenbedingungen für erfolgreiche Evaluationsprozesse als Teil der Projektplanung und -durchführung

-          Evaluation sollte sowohl zu Beginn als auch nach Abschluss des Projektes – ggf. auch über einen längeren Zeitraum hinweg – stattfinden. Dementsprechend müssen zeitliche und personelle Kapazitäten effizient eingesetzt werden.
-          Fragebögen oder anderen Auswertungs-Instrumenten sollten gemeinsam mit allen Beteiligten (z.B. Teilnehmer, Organisatoren, Multiplikatoren etc.) im Vorfeld der Auswertung entwickelt und ggf. in regelmäßigen Abständen an den jeweiligen Arbeitsstand angepasst werden.
-          Hierbei sollte jedoch die Unterschiedlichkeit der evaluierenden Teilnehmer und der zu evaluierenden Projekte und Einrichtungen beachtet werden. Auch Fragebögen von Weiterbildungen, Workshops oder ähnlichen Veranstaltungen können zur Auswertung herangezogen werden.
-          Ziele und Partnerschafften sollten in Evaluationsprozessen reflektiert werden.
-          Die Ergebnisse aller Evaluationsprozesse können auch sinnlich erfahrbar gemacht und dargestellt werden.
-          Langfristigkeit und Rahmenwirksamkeit sind Aspekte, die auch für die Evaluation von Projekten der Kulturellen Bildung wichtig sind.
-          Um den Aufwand zu quantifizieren, sollte eine Staffelung der Evaluation entsprechend der Größe der Projekte anerkannt werden und Formen für niedrigschwellige Evaluationsmodelle entwickelt werden.
-          Die Evaluation Kultureller Bildung in den ländlichen Regionen sollte verstärkt in Angriff genommen werden.


Evaluation als Instrument für Kommunikation und Weiterbildungen

-          Ergebnisse verschiedener Evaluationen können als Grundlage für Vernetzung sowie für die Kommunikation nach innen und außen nutzbar gemacht werden und die Verbindung der Ressorts Bildung, Kultur, Tourismus, Wissenschaft und Forschung stärken.
-          Wissenschaftliche Begleitungen sind ebenso hilfreich für Lobby- und Überzeugungsarbeit.
-          Auch die FH Potsdam könnte evaluierende und begleitende Prozesse wissenschaftlich fundiert flankieren.
-          Speziell für den ländlichen Raum kann Evaluation als Grundlage für Vernetzung, Austausch und Weiterbildungen dienen.
-          Darüber hinaus sind Konzepte zur Vermittlung von Kunst, die auf Evaluations-Ergebnissen basieren, denkbar.






Arbeitsaufträge an die Plattform Kulturelle Bildung

-          Entwicklung einer Handreichung mit verschiedenen Bausteinen für unterschiedliche Prozesse der Evaluation sowie eines Weiterbildungsangebotes und Entwicklung systematisierter Formen von Begleit- und Auswertungsprozessen gemeinsam mit Akteuren und Experten
-          Bereitstellung einer Präsentationsplattform (bspw. in Form einer Überblicksveranstaltung), welche die Bedarfe der Akteure sowie deren Handlungsempfehlungen kommuniziert und auf diese Weise Formen der Dokumentation gezielt gegenüber verschiedener Zuwendungsgeber und Kooperationspartner kommuniziert
-          Vermittlung von Formen der Evaluation (Ziele, Systematik, Methoden), z.B. im Rahmen von Workshops
-          Weiterhin zuverlässige und dauerhafte Begleitung aller Akteure, um deren Wahrnehmung sicherzustellen


Weiterführende Literatur und Links:

-          Forschungsnetzwerk Kulturelle Bildung der Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule München (www.forschung-kulturelle-bildung.de)
-          Über verschiedene Evaluations-Modelle (z.B. interne und externe, geschlossene und offene Evaluation oder Selbst- und Fremdevaluation) hat auch geforscht: Joachim König: Einführung in die Selbstevaluation. Ein Leitfaden zur Bewertung der Praxis Sozialer Arbeit. Lambertus-Verlag 2007. ISBN-10: 3784117805. 17,00 Euro
-          Gesa Birnkraut: Evaluation im Kulturbetrieb. Wiesbaden 2010. ISBN: 978-3-531-16731-2. 19,95 Euro
-          Die Publikation „Wegweiser Weiterbildung in Brandenburg“, welche vom Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg sowie vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg herausgegeben wird, versammelt über  70 Adressen von verschiedenen Einrichtungen der Weiterbildung und stellt darüber hinaus unterschiedliche Bereiche der Weiterbildung vor. Der „Wegweiser Weiterbildung in Brandenburg“ kann kostenlos bei Frau Ulrike Enders unter 03378 – 209 414 oder ulrike.enders@lisum.berlin-brandenburg.de bestellt werden.

Runder Tisch "Evaluation / Weiterbildung " TOP 4


TOP 4: Sonstiges

In den kommenden Tagen wird das Protokoll des Runden Tisches an alle Akteurinnen und Akteure per E-Mail verschickt und außerdem auf der Internetseite der Plattform Kulturelle Bildung veröffentlicht. Darüber hinaus können alle Ergebnisse auf dem Internetblog www.plattformkb.blogspot.com nachgelesen und kommentiert werden.

Im Arbeitsgespräch „Runde Tische – Zwischenbilanz und Perspektiven“, welches am 19. Juni von 10:00 Uhr bis etwa 13:00 Uhr in der fabrik potsdam e.V. (Schiffbauergasse 10, 14467 Potsdam) stattfindet, werden nochmals die Ergebnisse aller Runden Tische zusammengefasst präsentiert und offen zur Diskussion gestellt.

Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnahme auf 40 Personen beschränkt, daher wird um eine formlose Anmeldung per E-Mail bis zum 12. Juni 2012 unter Nennung des Vor- und Zunamens, des Namens der Einrichtung sowie der Postanschrift, der E-Mail-Adresse und Telefonnummer gebeten. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung per E-Mail mit der Tagesordnung. Die Kontakte aller Teilnehmenden des Arbeitsgespräches händigen wir Ihnen gern vor Ort aus.  

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden sehr für die äußerst konstruktive Sitzung sowie für ihre zahlreichen Ideen, Anmerkungen und ihr Engagement!